Tagesarchiv: 22. September 2009

Medialer Wochenrückblick von Fabio Reinhardt

Fabio Reinhardt ist Bundespressekoordinator der Piratenpartei und schreibt hin und wieder (meist wöchentlich) im einem (bzw. zwei) bekannten Sozialen Netzwerken, einen medialen Wochenrückblick, den er dann auch auf seinem Blog veröffentlicht.

Mir gefällt dieser Service und ich dachte mir, euch vielleicht auch. 😉

Medialer Wochenrückblick Piratenpartei: 3.-9. August

In der letzten Woche wurde hier vorhergesagt, dass die Berichterstattung über die PIRATEN tendenziell positiver wird. Dies scheint sich zu bewahrheiten. Dazu kam jetzt noch ein neuer Trend: Dass die Piratenpartei immer mehr im Mainstream der Politik wahrgenommen wird.

Hier geht’s weiter

Da er seinen letzten Rückblick noch nicht veröffentlicht hat, mache ich das einfach mal. 😉

Medialer 5-Wochen Rückblick Piratenpartei: 10.8 – 22.9

[Anm.d.Red.: Habe mir erlaubt das zu korrigieren]

Fabio Reinhardt schrieb 22.09.2009 um 02:10 Uhr Betreff: Medialer 4-Wochen-Rückblick

Hallo ihr Lieben,

wie ihr vielleicht in den letzten Wochen mitbekommen habt (oder eben nicht), bin ich erstmal länger nicht dazu gekommen, einen kurzen Wochenrückblick zu schreiben. Mittlerweile habe ich es auch aufgegeben, alles Schrftliche über die unseren Wahlkampf verfolgen zu wollen. Vor der schieren Zahl an Anzahl an Artikeln musste ich kapitulieren. Trotzdem gibt es noch mal einen kurzen Schwerpunktrückblick kurz vor der Wahl.

Piratenpartei – Ups…

Ich muss mich ja mal selber loben. Unser Ministeriumsplan ist medial ein riesiger Erfolg geworden. Hier einige Auszüge:
Die Vorstellung des Konzepts: http://is.gd/3xBjy
Der Bericht darüber bei der TAZ: http://is.gd/3xBqH
In der Welt: http://is.gd/3xBuX
Spiegel Online: http://is.gd/3xzul
In der Märkischen Allgemeinen: http://is.gd/3xzsF
Der Großteil des Danks gebührt aber natürlich Christopher und Pavel und den anderen, die die inhaltliche Arbeit geleistet haben.

…and Downs

Leider ist die Empfehlung, der Jungen Freiheit vor der Wahl kein Interview zu geben, nicht rechtzeitig bis zu Andi Popp, unserem Stellvertretenden Bundesvorsitzenden, durchgedrungen: http://is.gd/3xCMx
Die TAZ vernichtete uns verbal so: http://is.gd/3xAGl
Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin aus Hamburg klang das dann so: http://is.gd/3xzLQ
Und auf Zeit so: http://is.gd/3xAAt
Nur Telepolis kam uns zu Hilfe: http://is.gd/3xBCQ
Wie gesagt, war meine vorherige Empfehlung gegen Interviews mit der JF. Mittlerweile sehe ich das aber ähnlich wie Jens (http://is.gd/3xALj) und denke, dass wir das nach der Wahl zusammen mit der Basis einmal grundsätzlich klären sollten, anstatt uns Medienkompetenz von linken Magazinen und Blogs vorkauen lassen.

Persönliches – Ups…

Ich durfte die Arbeit der AG Pressearbeit in unserem Newsletter vorstellen: http://is.gd/3xzWv
1000 Dank nochmal an unser Newsletter-Team, was tolle Arbeit leistet.
Am 20.8. hat mich Politik-Digital bei unserem Wahlkampfauftakt interviewt: http://is.gd/3xDlt
Hier ein Radiointerview mit einer Reporterin von der Süddeutschen, erschienen am 24.8.: http://is.gd/3xEHq
Dann bin ich am 11.9. kurz im Mittagsmagazin zu sehen: http://is.gd/3xAhf
Am 15.9. bin ich auf tagesschau.de zitiert worden: http://is.gd/3xA4S
Und am 21.9. im Heute Journal zu sehen: http://is.gd/3xAY4
Meistens versuche ich ja, Interviews und öffentliche Auftritte an Spitzenkandidaten und Bundesvorstandsmitglieder zu delegieren, aber manchmal muss man ja doch recht schnell reagieren und auch mal selbst was machen. So wie hier, wo Marion und ich die Piraten mit unserem Wahlwerbespot auf dem Filmfestival Contravision vertreten: http://is.gd/3xB2m
Das läuft übrigens auch nächstes Wochenende noch hier in Berlin…

… and Downs

Wie wir oben schon gesehen haben, wird leider auch der Wahlkampf schärfer. So wurde ich auch schon das Ziel von Angriffen, deren Ansatz es war, meine Arbeit im Bundestag und meine Funktion als Pressekoordinator in Misskredit zu bringen: http://is.gd/3xBMp
Wie man bei einer Flatrate Steuergelder verschwenden soll, leuchtet mir immer noch nicht ein. Falls ihr dazu Fragen habt, könnt ihr die natürlich gerne stellen. Ansonsten könnt ihr auch gerne unseren Newsletter abbonnieren. Da schreibe ich noch was dazu: http://is.gd/3xBP0

Und als besonderes Schmankerl:

Die Wahlempfehlung der FAZ: http://is.gd/3xCbk (Großartiger zweiseitiger Artikel in der Printausgabe am Wochenende. Haben uns noch extra was im Wirtschaftsteil gegönnt und dafür so getan, als würde es im Artikel uim Wirtschaft gehen.)
Von der Welt: http://is.gd/3xCyI (Fragt mich nicht…)
vom Tagesspiegel: http://is.gd/3xCuM (Gastautor)
Und unsere eigene ;-): http://is.gd/3xCnw

Prognosen?

Sind ja immer recht schwer. Trotzdem geben uns die U18-Wahlen mit 8,72 % (noch vor der FDP) natürlich schon mal eine gute Vorbereitung: http://is.gd/3xD9y
Die letzte seriöse Umfrage sah uns bei 3,1%: http://is.gd/3xDxP
Meine Prognose: Alles ist möglich!

Alles Liebe bis nach der Wahl. Wer Lust hat, das Wochenende in Berlin zu verbringen, sei eingeladen zu einer sicherlich grandiosen Wahlparty am Sonntag ab 17.00 Uhr im RAW-Tempel in der Revaler Straße, Berlin Friedrichshain.
Viele Grüße sendet ein gestresster, leicht euphorischer, aufgeregter Fabio aus Berlin

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Gezielte Falschdarstellungen in den Medien

Mir ist da was aufgefallen… 😉

Sehr geehrter Herr Lösche,

Gestern lief im Heute-Journal ein Bericht, der mir an sich sehr gut gefiel, weil er relativ neutral bis positiv war. Nur der Teil, in dem sie zur Piratenpartei Stellung bezogen lässt Raum für Diskussionen.
(Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=KxknFRcY7LA)

Leider war ich etwas verwundert über ihr undifferenziertes Statement zur Piratenpartei.
Von ihnen als Politikwissenschaftler hätte ich etwas mehr Objektivität erwartet.

Sie meinten darin wortwörtlich:
„Die Piraten sind eine Einpunkt-Partei. So wichtig das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auch ist, sie sind einfach schmalbrüstig.“

Nun würde es mich interessieren, wie sie zu dieser unfairen, unwahren Aussage kommen.
Von einer objektiven Betrachtung des Phänomens Piratenpartei kann bei dieser Wortwahl jedenfalls keine Rede sein.
Ich empfehle ihnen die Lektüre des Parteiprogramms, welches sie unter folgendem Link als PDF herunter laden können:

http://www.piratenpartei.de/tmp/Wahlprogramm_Bundestagswahl2009.pdf

Das Wahlprogramm der Piratenpartei umfasst definitiv mehr als nur einen Punkt.

Ich habe mal einige Informationen über sie eingeholt, was nicht schwer war, da sie ja fast schon eine berühmte Persönlichkeit sind.
Wäre ich ein Mensch, der ihnen Böses unterstellen wollte, so würde ich auf „verdächtige“ Veröffentlichungen ihrerseits verweisen, wie z.B.
– Verbände und Lobbyismus in Deutschland, Stuttgart 2006 (im Erscheinen)
– Demokratie braucht Lobbying. In: Thomas Leif/Rudolf Speth (Hrg.), Die fünfte Gewalt. Lobbyismus in Deutschland. Bonn 2006. S. 53-68
– Lobbyismus als spezifische Form der Politikberatung. In: Svenja Falk/Dieter Rehfeld/Andrea Römmele/Martin Thunert (Hrg.), Handbuch Politikberatung. Wiesbaden 2006, S. 334-342.
(Quelle: http://www.uni-goettingen.de/de/39429.html)
…in denen sie Lobbyismus offensichtlich eher unkritisch gegenüber stehen und diese undemokratische Form der Mitbestimmung als Notwendigkeit darstellen. Ich bin jedoch der Meinung, dass die überwältigende Mehrheit der Lobbyverbände nicht im Interesse des Volkes, sondern meistens ausschließlich im Interesse der jeweiligen Branchen und/oder Unternehmen handeln und dass sie die Medien, sowie die Politik dadurch meistens in einer Weise beeinflussen, mit der die Mehrheit der Bürger nicht einverstanden ist (bzw. wäre, sofern sie von den etablierten Medien „ordentlich“ über die Ziele & Konsequenzen der so erlassenen Gesetze & Verordnungen aufgeklärt würde).

Ich dürfte ihnen nun auch noch Befangenheit unterstellen, welche sich durch ihre jahrzehntelange Mitgliedschaft in der SPD (sogar über ein halbes Jahrhundert) ergeben könnte – Aber wie gesagt, nur wenn ich ein böser Mensch wäre, der ihrem und dem Ansehen des ZDF schaden wollte und der hinter allem die große Verschwörung sieht.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Lösche)

Doch ich bin ja kein böser Mensch. Aber auf den Kopf gefallen bin ich auch nicht, genauso wie viele meiner Mitbürger.
Ich lasse mich nicht so einfach hinters Licht führen, wie (leider) so viele meiner Mitmenschen, die sich nicht richtig informieren, sondern hinterfrage kritisch und bilde mir meine eigene Meinung, bevor ich Expertenmeinungen blind Glauben schenke.
Mich stört es extrem, dass in diesem Land die „etablierten“ Medien nach der Pfeife der „etablierten“ Parteien tanzen (siehe: http://www.youtube.com/watch?v=IeLRgrZY9gc) und dass das Medium Internet ständig unterschätzt, dämonisiert und als „rechtsfreier Raum“ verunglimpft wird.

Ich bin mir sicher: Das Internet ist die zukunftsweisendeste Innovation, seit der Erfindung des Rads! Dieser Erkenntnis wird sich bald auch die Politik nicht mehr entziehen können. Was ich mit der Zeit mitbekam, machte mich immer misstrauischer.

Ich finde es nicht fair, dass das ZDF-Heute-Journal Fachmänner zu Wort kommen lässt, die selbst Mitglied der SPD sind, dessen Aussagen dadurch nicht mehr wirklich ernst genommen werden können.

Disclaimer: Dieser offene Brief stellt die Meinung einer einzelnen Person und keine offizielle Position der Piratenpartei dar.

Mir ist bewusst, dass dieser Brief an einigen Stellen nicht besonders sachlich oder freundlich formuliert ist und dass ich zur Übertreibung neige, doch ändert das nichts an der Tatsache, dass in den etablierten Medien keine neutrale Berichterstattung stattfindet und dass viel zu oft Leute zu Wort kommen, die nicht wissenschaftlich an die Sache herangehen, sondern parteipolitisch.
Es gibt auch eine Gegendarstellung zu Lösche’s Aussage auf dem Wahlkampfportal der Piratenpartei.