Monatsarchiv: Februar 2010

Demokratie der Wissenden?

Wir müssen die Leute weiter informieren! Gut informierte Bürger sind die Basis der Demokratie, doch Unwissenheit und Fehlinformation begünstigen Orwell’sche Tendenzen.




Eine kleine Konversation hat mir mal wieder gezeigt, dass man nicht davon ausgehen darf, die meisten Leute wüssten bereits Bescheid über die haarsträubenden Dinge, die zur Zeit so ablaufen



Abschließend möchte ich euch noch die Sendung und den Artikel „Demokratie 2.0“ (Figaro, MDR) ans Herz legen:

Die junge Generation, die mit Internet und Digitaltechnik aufgewachsen ist, sieht immer mehr ihren Lebensraum bedroht. Nun nutzt sie die Möglichkeiten der digitalen Welt, sich zu vernetzen und für Freiheit und Offenheit in diesem Lebensraum zu kämpfen.
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Und noch etwas zum Nachdenken:

Mikroblogging, Makroblogging, soziale Netzwerke & mobiles Internet

Eben las ich bei BasicThinking vom Blogsterben, dessen Ursache angeblich ein Aussterben der Blogger sein soll

Au secours!
„Die Blogs sind schon wieder nicht tot!“

Eine amerikanische Studie will herausgefunden haben, dass junge Menschen, im Zuge der zunehmenden Nutzung des mobilen Internets, immer weniger bloggen und sich im Gegenzug eher den Sozialen Netzwerken und dem Mikroblogging zuwenden, was langfristig zum Niedergang der Blogosphäre führen würde.

Ich für meinen Teil benutze bisher zwar noch ausschließlich das stationäre Netz, bin also noch nicht der mobilen Revolution erlegen und werde es wohl auch nicht in absehbarer Zeit. (Was daran liegen mag, dass es mir einfach zu teuer ist, die Geräte dafür aber noch zu viel wenig können und ich keine Lust habe mir mein Internet durch UMTS-Anbieter oder Monopolisten wie Apple beschneiden und mich dabei wie eine Gans ausnehmen zu lassen)

Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass das gute alte Bloggen ausstirbt. Das ist doch eher ein selektiver Evolutionsprozess.. Leute, die wirklich was loswerden wollen, möchten das irgendwann nicht mehr in 140 Zeichen oder im jeweiligen Netzwerk tun, sondern sich der „großen“ (kleinen) weiten Welt mitteilen. Die wird es immer geben und sie werden immer nachwachsen, denke ich.

Vielleicht muss man auch erst eine gewisse Reife erlangt haben, bis man auf dem Makroblogging-Geschmack gekommen ist… Ich glaube allerdings nicht, dass sich mobiles Internet, Mikroblogging, Soziale Netzwerke und Makroblogging ausschließen. Das ergänzt sich doch prima! Ich schreibe hier zum Beispiel erst seit etwa einem 3/4 Jahr, weil mir 140 Zeichen irgendwann einfach nicht mehr ausgereicht haben…


Noch ein kleiner Doku-Tipp:

Auf 3Sat gibt es eine interessante Reihe zum Thema „Leben im Netz – Wie die digitale Kultur unser Leben verändert“. Besonders die Dokumentation „Digital Natives – Eingeborene des Netzes“ ist sehenswert! Darin geht es unter anderem auch um die Piratenpartei.

Digital Natives

Eine Generation, die Einsen & Nullen schon mit der Muttermilch aufgenommen hat.


Digital Natives sind die Eingeborenen des Netzes. Meist nach 1980 geboren, haben sie nie in einer Welt ohne Internet, Handys, Videospielen und all den anderen Werk- und Spielzeugen des digitalen Zeitalters gelebt. Was macht das digitale Zeitalter mit den Menschen?

Warum wir Netzneutralität brauchen…

…ist nicht unbedingt selbsterklärend, aber noch kann man sich darüber kostenlos, unzensiert & uneingeschränkt informieren:

Erstmal eine Definition:

Netzneutralität ist eine Bezeichnung für die neutrale Datenübermittlung im Internet. Sie bedeutet, dass Zugangsanbieter (access provider) Datenpakete von und an ihre Kunden unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben, unverändert und gleichberechtigt übertragen.

Der Elektrische Reporter widmet sich dem Thema in der Folge „Netzneutralität: Alle Bits sind gleich?“

„Gemeinsam sind wir stark!“

Jetzt die Petition für Netzneutralität mitzeichnen!


Weitere sehenswerte Videos zum Thema:

Hörenswerte Podcasts & Audios zum Thema:

Lesenswerte Artikel zum Thema:

„Propheten und Moneten“

Wie wir uns von Prognosen manipulieren lassen…

Diese klasse Dokumentation zeigt, wie uns Vorhersagen in die Irre führen, wer dahinter steckt und warum. Nebenbei stellt sich auch noch heraus, dass ausgerechnet die Wettervorhersage die treffsicherste ist.

  • Mehr Infos zur Doku

Marco Dahms beschreibt die Dokumentation in seinem Blog folgendermaßen:

Ein Film von Vorhersagen, Wahrheitsverdrehung, falschen Erwartungen – Was soll man in dieser Welt noch Glauben? Und vor allem: Wem? Ich bin im Allgemeinen kein Fan von Verschwörungstheorien aber bei meiner aktuellen Wahrnehmung der Gesellschaft, unseren Problemen und Ängsten glaube ich mittlerweile an nichts mehr, was nicht auch komplett abgesichert und bestätigt ist.

Zur Vertiefung empfehle ich den Vortrag des CCC-Ulm zum Thema Manipulationspsychologie.

Soll ich lachen oder weinen?

Manchmal weiß ich nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen soll…

Besonders, wenn sich Nazis outen und dabei so unglaublich dumm sind, wie der „junge Mann aus Barth“. Da muss man sich echt fremdschämen! Der Typ ist ebenso Deutscher, wie ich es bin.

Wie hohl muss man denn bitte sein, wenn man auf Hip-Hop-Beats „rappt“, die bekanntermaßen hauptsächlich von Afro-Amerikanern geprägt wurden, aber währenddessen die übelsten Sprüche gegen Farbige ablässt?

Was dieser Vollpfosten so alles zum Besten gibt, ist an Dummheit echt kaum zu übertreffen! Von seinen miserablen Rap-Skills mal ganz zu schweigen. Hier einige der bemerkenswertesten Passagen:

„Jetzt bringen sie schon die Mischung der Rassen, Nigger ficken deutsche Frauen, das könnt‘ euch so passen! Niemals, niemals [..] sag ich, denn das Deutsche Reich besteht ewig!“

Ehm.. Hallo? Im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst? Das ist so ein Fall, wo ich wirklich nicht mehr weiß, ob ich lachen oder weinen soll…
Aber es wird noch besser:

„Sie treiben es mit Kindern, sie treiben es mit Tieren, jetzt wollen sie auch Drogen legalisieren, kommen noch die AIDS-Kranken und Schwulen als Sexuallehrer an unsere Schulen!“

Also da musste ich dann wirklich weinen vor lachen! Das ist ja in jeder Hinsicht unerträglich. Doch es geht weiter im (abgelesenen) Text:

„Irgendwer wollt den Niggern erzählen, sie hätten hier das freie Recht rumzulaufen. [..] Gestern durften Nigger auf unseren Plantagen schuften. [..] Gestern gab’s die Peitsche für’s Aufmucken, heute dürfen sie schon weiße Frauen frech angucken! [..] Gestern noch im Urwald herumgehopst, kommt es jetzt zu uns, das Nigger-Gesocks.“

Puh.. 😀

In der Haut dieses jungen Mannes aus Barth möchte ich jetzt nicht stecken! Der bekommt doch jetzt wohl nur noch auf die Fresse.. Von seinen „Kameraden“ wurde er dafür höchstwahrscheinlich bereits ordentlich vermöbelt – kleine Genugtuung. 😉


Ein ähnliches Beispiel für unfassbare Dämlichkeit sind die angeblichen „Piratenfreunde“ und ihr Schirmherr:
Neuerdings bin ich übrigens auch „einer dieser linksradikalen Piraten“, meint ein gewisser @MarkusAttitude welcher Mitbetreiber des Fake-Accounts @Piratenfreunde ist und gewisse Parallelen zum kleinen Nazi-Rapper aufweist. Man sollte sich nicht blenden lassen: Die „Piratenfreunde“ haben mit den Piraten in etwa so wenig zu tun, wie der „junge Mann aus Barth“ mit Amnesty International.

Das zeigt nur mal wieder, dass man sich keine Sorgen über eine „rechte Unterwanderung“ der Piratenpartei machen muss, denn „so lange und so gut kön­nen die sich gar nicht verstellen“, dafür sind die Anhänger dieses Gedankenguts nämlich einfach viel zu durchschaubar! Wofür die Mehrheit der Piraten steht und wofür nicht, braucht man jetzt ja eigentlich nicht nochmal erwähnen, aber ich mache es sicherheitshalber trotzdem:

Die Piratenpartei ist kein Hort extremistischer Auswüchse!
egal ob linker oder rechter Art.


Viele Grüße! 🙂

Ein Farbiger

Ein Farbiger


😉

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