Wir müssen unsere Kräfte bündeln! – Ein spätsommerlicher Appell…

Zwei Drittel der Deutschen sind gegen eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke, doch die Bundesregierung ignoriert diesen Umstand komplett. Stattdessen schmiedet man in Hinterzimmern geheime Verträge mit der Atomindustrie, die einzig und allein der Profitmaximierung der Atombranche dienen und komplett am Willen eines Großteils der Bevölkerung vorbei gehen.

Ich möchte hier aber jetzt nicht darauf eingehen, warum wir so schnell wie möglich aus der Atomkraft aussteigen sollten und warum es einer konsequenten Wende, hin zu erneuerbaren Energien bedarf. Vielmehr möchte ich hiermit dazu aufrufen, dass wir unsere Kräfte (ich beziehe mich im Folgenden vor allem auf das Internet) effizienter nutzen und besser kanalisieren sollten. Dazu kann jeder Einzelne beitragen, denn jeder hat eine Stimme – man muss sie einfach nur mal nutzen und dabei am besten auch noch „richtig“ einsetzen! Dass wir gemeinsam großen Druck auf die Politik ausüben können, hat zum Beispiel die legendäre Zensursula-Petition gezeigt.

Neuerdings liegen virtuelle Unterschriften-Aktionen voll im Trend. Ob Atomausstieg, Netzneutralität, Stuttgart21 oder ACTA – für alles gibt es die passende Online-Protestkampagne, in der Regel mit der Möglichkeit seine digitale Signatur als Zeichen der Unterstützung drunter zu setzen.

Meistens gibt es sogar mehrere Initiativen zu einem Thema. Und genau darin liegt das Problem – die tragische Vergeudung von ungeheurem Potential zur politischen Einflussnahme. Im Dschungel der Aktionen fällt es oft schwer den Überblick zu behalten, um Relevantes und Sinnvolles heraus zu filtern. So passiert es leider allzu oft, dass wirklich Unterstützenswertes unbeachtet bleibt – damit meine ich ePetitionen an den Bundestag, bei denen man mit 50.000 Mitzeichnern eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags erwirken kann, wie Franziska Heine mit ihrer Petition gegen Netzsperren eindrucksvoll beweisen hat.

Beim Thema Netzneutralität dominierte die Kampagne „Pro-Netzneutralität“ und zog so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass die „echte“ Petition an den Bundestag, die bisher erst rund 4.000 Unterstützer gefunden hat, fast komplett untergeht. Die Welle der Medienberichte zu dieser zukunftsweisenden Frage ist abgeebbt und eine nächste Woge der Empörung scheint vorerst nicht in Sicht. Inzwischen ist auch die Wirkung des von knapp 10.000 Menschen unterzeichneten Appell von Pro-Netzneutralität verpufft, falls er überhaupt eine hatte. Mit einer massiv beworbenen, erfolgreichen Bundestagspetition, könnte man viel mehr erreichen – zunächst vor allem mediale Aufmerksamkeit.

An medialer Aufmerksamkeit zur „Atomdebatte“ fehlt es derzeit allerdings nicht. Viel mehr vermisse ich eine geschlossene und zielgerichtet agierende Gegenbewegung, die den ungeheuerlichen Atomplänen von Schwarz-Gelb die Stirn bietet. Das zeigt sich beispielsweise beim virtuellen Protest: Er spaltet sich auf in zwei dominierende Kampagnen von Campact und Avaaz, die beide beträchtliche Unterstützerzahlen aufweisen können, begleitet von der relativ wenig beachteten Aktion „Energie ohne Zukunft“. Auch diesmal geht durch die Dominanz von im Prinzip wenig zielführenden, aber dennoch sehr förderungswürdigen Unterschriftenaktionen, die zugehörige Bundestagspetition im unaufhaltsamen Strom der Nachrichten und Statusupdates unter. Mit einer geglückten Petition könnte man wie gesagt einiges mehr erwirken, da sie bei einer ausreichenden Anzahl von Mitzeichnern, zu einer öffentlich viel Beachteten Anhörung führen würde, wodurch wohl die gesamte Anti-Atom-Bewegung neuen Aufwind bekäme.

Ich bin dafür, dass wir für das Erreichen der 50.000 Unterstützer jetzt alle an einem Strang ziehen!
Also bitte unterzeichnet die Petition und verbreitet sie über alle Kanäle! Nutzt Twitter (Hashtag: #urangela), Facebook, VZ, Xing, etc., euren Blog, eure Website und nicht zuletzt die gute alte E-Mail, um dafür zu sorgen, dass im deutschsprachigen Netz, niemand an dieser wichtigen Petition vorbeikommt! Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr auch gleich noch die Petition für Netzneutralität bewerben.😉

Diese beiden Petitionen müssten meines Erachtens, aufgrund der Wichtigkeit der Themen, locker über die 50.000 kommen. Doch leider hat es den Anschein, dass eine Art „Petitionsmüdigkeit“ eingekehrt ist…
Beweist, dass ihr wach seid und weckt auch eure Mitmenschen auf!
Auf geht’s!🙂

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass in der Begründung der Anti-Laufzeitverlängerungs-Petition „große Koalition“ steht. Auch wenn ich solche Fehler haarsträubend und unverzeihlich finde (eine Petition sollte mMn vor der Einreichung von mehreren Leuten gegen gelesen werden), denke ich, das sollte kein Grund zur Verweigerung der Mitzeichnung sein. – Ganz im Gegenteil: Ich möchte, dass der Hauptpetent uns mal vorm Petitionsausschuss erklärt, wo man seine Zeitmaschine her bekommt! Da gäbe es ja noch so einiges gerade zu biegen…😉

6 Antworten zu “Wir müssen unsere Kräfte bündeln! – Ein spätsommerlicher Appell…

  1. Ich halte es da bei Petitionen wie in der Partei: Du beschliesst nur den Antrag, „X möge beschliessen Z zu tun.“ und nicht die so betitelte Begründung im Anhang, die dann bei der Partei nicht einmal beliegen muss, sondern, wie bei der Petition, mündlich vorgetragen werden kann. Ist doch auch so, oder?

  2. Pingback: Aufruf an alle Atomkraftgegner: Offizielle Petition mitzeichnen und verbreiten! | Twitgeridoo!

  3. Tja, das Problem ist bei diesen Petitionen, Dass die Regierenden doch genau wissen was sie tun und auch, dass sie gegen die Mehrheit der Leute handelt. Das ist denen egal. Daher halte ich eine Mobilisierung für Protestaktionen auch übers Netz für sinnvoller.Wissen die Regierungen nicht, dass die Mehrheit der Leute nicht will, dass Waffen in Kriesengebiete geliefert werden? Doch, das wissen sie, und sie praktizieren es seit 40 und mehr Jahren.

  4. Pingback: Geschafft: Atom-Petition über 50.000

  5. Pingback: Geschafft: Atom-Petition über 50.000

  6. Ich finde unseren ganzen Staat verlogen, noch ein paar Jahre und wir sind Pleite,wo soll das Geld herkommen frage ich ?Wir sind doch schon jetzt hoch verschuldet.

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