Wir wollen mehr Demokratie wagen.

„Was nur ist seit 1969 eigentlich schief gegangen?“

 

Aus der Regierungserklärung Willy Brandts vom 28.10.1969:

„Wir wollen mehr Demokratie wagen. Wir werden unsere Arbeitsweise öffnen und dem kritischen Bedürfnis nach Information Genüge tun. Wir werden darauf hinwirken, daß durch Anhörungen im Bundestag, durch ständige Fühlungnahme mit den repräsentativen Gruppen unseres Volkes und durch eine umfassende Unterrichtung über die Regierungspolitik jeder Bürger die Möglichkeit erhält, an der Reform von Staat und Gesellschaft mitzuwirken. (…)

Wenn wir leisten wollen, was geleistet werden muß, brauchen wir alle aktiven Kräfte unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die allen weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen offen sein will, ist auf ethische Impulse angewiesen, die sich im solidarischen Dienst am Nächsten beweisen. Es kann nicht darum gehen, lediglich hinzunehmen, was durch die Kirchen für die Familie, in der Jugendarbeit oder auf dem Sektor der Bildung geleistet wird. Wir sehen die gemeinsamen Aufgaben, besonders, wo Alte, Kranke, körperlich oder geistig Behinderte in ihrer Not nicht nur materielle Unterstützung, sondern auch menschliche Solidarität brauchen. (…)

Der permanente wirtschaftliche und soziale Wandel ist eine Herausforderung an uns alle. Er kann ohne die Initiative des einzelnen nicht gemeistert werden. Die Eigeninitiative braucht jedoch die Unterstützung der Politik. Wir dürfen keine Gesellschaft der verkümmerten Talente werden. Jeder muß seine Fähigkeiten entwickeln können. Die betroffenen Menschen dürfen nicht einfach ihrem Schicksal überlassen werden. (…)

Das Ziel ist die Erziehung eines kritischen, urteilsfähigen Bürgers, der imstande ist, durch einen permanenten Lernprozeß die Bedingungen seiner sozialen Existenz zu erkennen und sich ihnen entsprechend zu verhalten. Die Schule der Nation ist die Schule. (…)

Die finanziellen Mittel für die Bildungspolitik müssen in den nächsten Jahren entsprechend gesteigert werden. Die Bundesregierung wird sich von der Erkenntnis leiten lassen, daß der zentrale Auftrag des Grundgesetzes, allen Bürgern gleiche Chancen zu geben, noch nicht annähernd erfüllt wurde. Die Bildungsplanung muß entscheidend dazu beitragen, die soziale Demokratie zu verwirklichen. (…)

Die Regierung kann in der Demokratie nur erfolgreich wirken, wenn sie getragen wird vom demokratischen Engagement der Bürger. Wir haben so wenig Bedarf an blinder Zustimmung, wie unser Volk Bedarf hat an gespreizter Würde und hoheitsvoller Distanz. Wir suchen keine Bewunderer; wir brauchen Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten.

Das Selbstbewußtsein dieser Regierung wird sich als Toleranz zu erkennen geben. Sie wird daher auch jene Solidarität zu schätzen wissen, die sich in Kritik äußert. Wir sind keine Erwählten; wir sind Gewählte. Deshalb suchen wir das Gespräch mit allen, die sich um diese Demokratie mühen.“

Imagine!

Auch wenn 42 Jahre danach noch keiner der Punkte erfüllt wurde:
Es noch nicht zu spät..

Bitte verbreitet den Text weiter, in welcher Form auch immer.

2 Antworten zu “Wir wollen mehr Demokratie wagen.

  1. Danke für die schöne Zusammenfassung, habe gleich mal die ganze Regierungserklärung durchgelesen😉
    Ein bisschen langweilig, aber man spürt seine Aufbruchsstimmung, dass er eine Vision von einer besseren Welt hat, die es zu erfüllen gilt.
    Müsst euch mal die Regierungerklärung Angelas im Vergleich anschauen: http://t.co/76fihmp Die ist im Vergleich grade zu lächerlich.

    Ich glaube ich drucke mir deine Zusammenfassung aus, rahme sie ein und hänge sie mir ins Zimmer🙂

  2. ja, schön. aber das ist wie bei der Merkel mit vor der Wahl und danach:

    also Merkel ist tot. warum sei mal dahin´gestellt. aber sie hat überraschenderweise die Wahl: Himmel oder Hölle ^^ Guckt sie sich die Hölle an. und eh geil. tolle Landschaft. alle sind gut drauf. super Stimmung. sagt sie dem Teufel: hey, hier will ich sein. sagt der, ja, oke. aber guck dir vorher noch den himmel an. oke. fährt sie hoch. oben Stille. Ruhe. vermutlich meditieren alle oder so. zumindest sagt Merkel, sie habe sich entschieden und will runter.

    schwuppdiewupp isse wieder unten. boa. aber was sieht sie da: ein Schreckensreich. In dieser Hölle mangelt es an allem, an Wasser, Brot und Licht. Dämonische Wesen schlagen Köpfe ab, trennen Hälse vom Rumpf, reißen Herzen aus der Brust, richten Blutbäder an. (Zitat: Wikipedia)

    Merkel ist da echt empört, weil sies ja vorher noch ganz anders gesehn hat.

    joa. sagt der Teufel. Das war aber auch vor der Wahl ^^

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